Die Konferenz der Vögel

Mit dem persischen Dichter Attar auf einer Reise zum eigenen Ich.

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Pegah Ferydoni, Rezitation & Gesang I Jawad Salkhordeh, Tonbak (persische Trommel) und Setar (persische Langhalslaute) I Alireza Mehdizadeh, Kamantsche I lautten compagney (6) auf historischen Instrumenten der Renaissance | Musikalische Leitung: Wolfgang Katschner

„Es steckt ein tieferer Sinn in Allem;
niemals sollst du ablassen von deinem Begehren.“

Der Name Fariddun  Attar mag hierzulande wenig geläufig sein. Tatsächlich hat der persische Dichter und Mystiker (1136 -1220) einige der bekanntesten Werke abendländischer Literatur entscheidend beeinflusst, darunter  Dantes “Göttliche Komödie” und Goethes “West-östlicher Divan” (1819).

Attars Epos KONFERENZ DER VÖGEL – in der persischen Welt im Range eines unsterblichen Klassikers – erzählt ein poetisches Gleichnis über die menschliche Suche nach Sinn. Tausende verschiedene Vögel brechen auf, um ihre Königin zu finden, Vogel Simorgh. Nach einem beschwerlichen Flug durch sieben Täler des Begehrens bleiben dreißig Zeisige übrig, die am vermeintlichen Ziel den wahren und wunderbaren Abbildern ihrer selbst begegnen.

Zum Konzertereignis:

Eine junge Perserin begibt sich dieser Tage auf eine Flugreise in Richtung Nischapur. Während die Zeit stillzustehen scheint, durchquert sie gemeinsam mit uns und den Vögeln Attars die Täler der Leiden und Leidenschaften. Unterwegs duftet es nach Ambra und Attaröl. Vogelstimmen zwitschern musikalisch. Der ahnungsvolle Wiedehopf “Hudhud” mahnt wieder und wieder:  “Es steckt ein tieferer Sinn in Allem; niemals sollst du ablassen von deinem Begehren.”  Uns, die Mitreisenden, erwartet mit der KONFERENZ DER VÖGEL der lautten compagney BERLIN (wieder einmal) eine unkonventionelle Phantasiereise, diesmal vom Okzident in den Orient, von der Gegenwart in die Vergangenheit. Persische Instrumente wie die Oud (Knickhalslaute), die Tonbak (Bechertrommel) oder die Kamantsche (Stachelgeige) konzertieren mit Instrumenten der europäischen Renaissance. Unsere Reiseleiterin ist die persischstämmige, sprachbegabte Pegah Ferydoni (Türkisch für Anfänger). Neben den persischen Gastmusikern verleiht sie auch dem Wiedehopf ihre Stimme und sorgt mit Wort und Witz und sogar Gesang für die eine oder andere Überraschung in der Reisegruppe.

2019 feiern wir mit Goethes 270.Geburtstag auch 200 Jahre „West-östlicher Divan“  Mit 65 Jahren entdeckte Goethe im persischen Dichter Hafis einen Geistesverwandten. Begeistert ließ er sich durch ihn zu seiner gigantischen Gedichtesammlung „West-östlicher Divan« (13 Bücher!), einem »Großwerk des Dialogs« (FAZ) inspirieren. Heute, 200 Jahre später, taucht die lautten compagney ebenso begeistert in die Welt von Attar, dem geistigen Vater von Hafis, und seinem Meisterwerk KONFERENZ DER VÖGEL ein. Eine der wichtigsten Figuren dieses einzigartigen Werkes der Weltliteratur ist der Wiedehopf. Ihr widmete Goethe in seinem „West-östlichen Divan“ gleich drei Gedichte.

Mit diesem deutsch-persischen Programm plant die lautten compagney Berlin eine Fortsetzung der seit 2013 erfolgreich laufenden Reihe von einzigartigenText-Musik-Formaten. Nach Projekten mit Schauspielern wie Mechthild Großmann, Eva Mattes, Katja Riemann, Dominique Horwitz, Gustav Peter Wöhler, Senta Berger und Fritzi Haberlandt wollen die Berliner Spezialisten für Alte Musik gemeinsam mit einer bekannten deutsch-iranischen Schauspielerin und Sängerin und klassischen persischen Musikern einen Abend entwickeln, der der Weltmusik und Weltliteratur zu einer sinnlichen Zeitreise verhelfen wird.

 

Premiere war am 18.März 2018 beim Aequinox-Festival der lautten compagney BERLIN in Neuruppin.

Der aus dem Iran stammende Autor Mehdi Moradpour sowie der Regisseur, Sänger, Dichter und Dramaturg Christian Filips haben das Versepos von Fariduddin Attars mit viel Einfühlungsvermögen und Humor aus dem 13. Jahrhundert in unsere Zeit überfuührt. Auf ihrer Reise mit dem Flugzeug führen die Vögel Gespräche. Die Schauspielerin, Moderatorin und Sängerin Pegah Ferydoni, die in Teheran geboren wurde, leiht ihnen ihre wunderbar poetische Stimme.

Märkische Allgemeine, Cornelua Felsch