Vom ECHO zur INTHEGA nach: Lese!

Vom ECHO zur INTHEGA nach: Lese!

Gepostet von am Mai 17, 2018

Mit der neuesten Absage der Preisverleihung des JAZZ ECHO am 31.05.2018 wäre das ECHO also endgültig da, wo es hingehört, in der freien Natur oder  im Gehörgang des zwangsberieselten Konsumenten. Dass sich die MusikINDUSTRIE auch in Zukunft feiern wird, davon können wir fest ausgehen. Wie glaubwürdig der Neuanfang sein wird und ob die öffentlich-rechtlichen Sender den Marketingexperten der Musikindustrie nicht doch wieder auf den Leim gehen werden – darauf können wir gespannt sein.

Bei meiner letzten erfreulichen Begegnung mit Kulturschaffenden auf der INTHEGA-Fachtagung ” Stadt – Land – Schluss? Gastspieltheater und seine Kommunen” im Mai in Schwäbisch Gmünd, habe ich erfahren, dass der Begriff Bildungsbürger nicht mehr zeitgemäß ist.  So, wie wohl auch Bildung in Form von Kunst und Kultur bei unseren Öffentlich-Rechtlichen nicht mehr zum Abendprogramm passt. Bildungskultur wird aus Kostengründen (hohe Einschaltquoten=hohe Werbeeinnahmen) neu definiert, gleicht im besten Falle einer Quizshow “Wer ist schlauer als ein Holzklotz?”. Bildungslücken im TV und Radio gleichen den Lücken im Stadtbild und gesellschaftlichem Zusammenleben. Vor Ort bedeutet das viel Platz für Populismus.  Doch es gibt Städte und Kommunen, die für eine sinngebende Kultur und ein identitätsstiftendes Zuhause kämpfen (Kulturpolitik=Kulturkampf!!) und dabei recht erfolgreich sind. Beispiel Bremerhaven oder Kultur in Westfalen. So hoffnungsvoll setzt sich das Umdenken in der Kulturpolitik fort. Kulturverbände verabschieden sich vom Silodenken und die “großen Kulturtanker” wissen längt, dass es die kleinen Schlepper sind, die ihnen im Kulturhafen den Platz frei halten. Und, dass der Bund sich auch einen Kopf macht, lässt sich z.B. an der Struktur von Fördertöpfen wie “Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung”  (bis zu 80.000 € Fördergeld für Kinder- und Jugendtheater)  erkennen. Kleine, unabhängige Spielstätten erhalten durch  “APPLAUS” (jetzt bewerben!) eine Wertschätzung.

Jetzt müssten wir nur noch den öffentlich-rechtlichen Sendern auf die Sprünge helfen. Aber ich glaube vor der Fußball-WM hat das keinen Zweck …