Behold a wonder here // lautten compagney BERLIN & Corinna Harfouch

John Dowland und der RUNDE TISCH um 1600

Ein kleines Wunder der Musikgeschichte sind die Liederbücher John Dowlands. Beginnend mit dem Jahr 1597 erschienen mehrere seiner „Books of Songs and Ayres“. In ihrer einzigartigen Qualität der Verbindung von Text und Musik lassen sie sich durchaus mit den Liedern anderer berühmter Musiker wie Henry Purcell, C.Ph.E.Bach, Franz Schubert oder Johannes Brahms auf eine Stufe stellen. Viele der Ayres von Dowland sind ursprünglich für ein Vokalquartett mit der Begleitung von Laute und Gambe gedacht. Heute werden sie meist als Solosongs aufgeführt.

Ein kleines Wunder

Zu Lebzeiten von John Dowland gab es keinen Konzertbetrieb, wie wir ihn heute kennen. Das Musizieren war eher eine Art „PRIVATE MUSICKE“, wie der Titel eines Liederbuches von Martin Peerson (1571-1550) suggeriert. Die Mitglieder adliger und vornehmer bürgerlicher Familien konnten in der Regel Laute spielen, singen und tanzen. Man musizierte für sich selbst oder engagierte Profis und hörte ihnen im privaten Rahmen und im kleinen Kreis zu. Auch John Dowland war ein viel gebuchter und gefragter Lautenspieler. Die „Books of Songs and Ayres“ sind für diesen Zweck in einer ganz bestimmten Form gedruckt worden. Man sitzt gemeinsam an einem Tisch im Kreis und kann alle Parts aus einem Buch lesen.

Konzertrunde

Einen solchen RUNDEN TISCH kennen wir zuletzt aus den gesellschaftlichen Transformationsprozessen der Wendejahre 1989 / 1990. Ein kleines Wunder soll auch die Art der Wiederaufführung dieser Musik durch die lautten compagney im Jahr 2022 werden. Vier Sänger und drei Musiker sitzen um den RUNDEN TISCH und musizieren Dowlands Lieder. Sie kommunizieren auf diese spezielle Art mit sich selbst und auch mit einem modernen Publikum. Die Klänge finden einen anderen Weg, als bei „frontalen“ Darbietungen. Kleine Konzertsäle und besondere Veranstaltungsorte sind der ideale Ort für diese Wiederentdeckung einer historischen Form von musikalischem Genuss.

Spieldauer ca. 90 Minuten

Es spielen:

Kathleen Danke / Anna Moritz – Sopran
Julia Böhme / Stefan Kunath / Alice Lackner – Alt
Vincent Lesage – Tenor
Cornelius Uhle / Max Rößeler – Bass

Corinna Harfouch – Lesung zu ausgewählten Terminen

lautten compagney BERLIN (3)

Idee und musikalische Leitung – Wolfgang Katschner

Christian Filips – Textbuch und szenische Einrichtung

 

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