Die Deutsche Messe // lautten compagney BERLIN

Musik eines Reformationsgottesdienstes um 1660

Pressefoto Vocalconsort BERLIN Foto Kristof Fischer

Welche Auswirkungen hatte die Reformation auf die Gottesdienstgestaltung nach den neuen reformatorischen Grundsätzen? Wurden lediglich einige Teile nicht mehr auf Latein, sondern auf Deutsch abgehalten? Was änderte sich bei der Feier des Abendmahls, die bis heute ein Streitpunkt der Ökumene darstellt? Neben diesen Neuerungen entstanden auch neue, eigene Melodien für den liturgischen Gesang, u.a. von Martin Luther selbst.
Die heute noch bekannten deutschen Kirchenlieder entstanden jedoch etwa hundert Jahre später, als der Komponist und Kirchenliedschöpfer Johann Crüger (1598–1662) und der bedeutendste deutschsprachige Kirchenlieddichter Paul Gerhardt (1607–1676) aufeinandertrafen. Johann Crügers 1647 erschienenes Gesangbuch Praxis Pietatis Melica (Übung der Frömmigkeit in Gesängen) entwickelte sich mit fast fünfzig Auflagen bis Mitte des 18. Jahrhunderts zum bedeutendsten evangelischen Kirchenliederbuch im deutschsprachigen Raum. Bekannte Vertonungen von Gerhardts Texten durch Crüger wie Wie soll ich dich empfangen, Auf, auf, mein Herz, mit Freuden, Schmücke dich, o liebe Seele, Nun danket all und bringet Ehr, Jesu, meine Freude und Lobet den Herren alle, die ihn ehren sind darin enthalten. Im 1649 publizierten Begleitbuch zu der ein Jahr zuvor erschienenen, heute verlo- renen dritten Auflage seines Gesangbuches die Geistlichen Kirchen-Melodien erschuf Crüger einen neuen, instrumental unterstützen Typus des mehrstimmigen Gemeindechorals, der bei den Kirchenliedkomponisten nachfolgender Generationen ein breites Echo fand. Diese Gesänge bilden die Grundlage unseres Programms, das sich am Aufbau einer Deutschen Messe orientiert. So wird ein Gottesdienst aus dem Jahr 1660 liturgisch und musikalisch wieder lebendig.

 

Besetzung:

Knaben des Staats- und Domchores (Sopran, Alt)
Vocalconsort BERLIN (6) (Sopran, Altus, Tenor, Tenor, Bariton, Bass)
lautten compagney BERLIN | Wolfgang Katschner (12) (Zink, Posaune (3), Dulcian, Violine, Gambe (2), Violone, Laute (2), Orgel)

Diese Konzertreihe wurde von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages gefördert:

 

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