Phaeton // lautten compagney BERLIN & Corinna Harfouch

Il pianto della Madonna

»Licht du, der du für jeden Menschen auf der ganzen Welt unterschiedslos leuchtest, Vater: Gib mir einen Beweis, damit man mir glaubt, dass ich dein Sohn bin! Und nimm alle Zweifel und Ungewissheit von mir!«

Innehalten.

Ovids berühmte Erzählungen von Dädalus und Ikarus,
von Orpheus, Europa, Narziss oder Phaeton gehören seit Jahrhunderten zum europäischen Kulturgut. Denn Ovids »unbescheidene Konzeption einer Zeiten überspannenden Darstellung von der Erschaffung der Welt bis in die eigene Gegenwart«* beeindrucken und berühren zutiefst, damals wie heute. So auch Hermann Heiser, der Ende 2019 eine vollständig neue Prosa-Gesamtübertragung der »Metamorphosen« bei Königshausen & Neumann vorlegte. Mit seiner flüssigen, zeitgemäßen Erzählsprache inspirierte er Monate später Wolfgang Katschner. Trieb doch die ganze Welt gerade einem Spielball gleich auf der dritten Corona-Welle. Aus einem Gefühl der Ohnmacht und der Erkenntnis, in Phaeton die perfekte Umschreibung eines brandaktuellen, universalen Lebensgefühls bekommen zu haben, reifte die Idee für:

»PHAETON // Il Pianto della Madonna«

Darin geht es um die Erschaffung der Welt, um Götter und Menschen. Eine allein erziehende Mutter und ihren ungestümen Sohn. Ovids Phaeton. Nach langer Schmach wird er endlich seinen göttlichen Vater kennenlernen und seinen Spöttern beweisen, dass er ihm ebenbürtig ist. Eine Katastrophe unerhörten Ausmaßes bahnt sich an. Niemand kann sie verhindern. Nicht der sich schuldig fühlende, über lange Jahre abwesende Vater. Nicht die ihn über alles liebende, aber überforderte Mutter. Keine bitteren Tränen, kein Ermahnen. Nicht die auf das äußerte angespannte Zuhörerschaft im Konzertsaal.

Wolfgang Katschner und seine Profis der Alten Musik-Szene – die lautten compagney BERLIN – garantieren eine transparente wie spannungsgeladene Aufführung vom allerhöchsten Aufstieg und tiefsten Fall Phaetons; mit Musik und Texten zum Nachdenken und Mitfühlen,  zum Innehalten und Besinnen in unserer daueraufgeregten Zeit.

In scheinbaren Kontrast – die Intensität und Leichtigkeit der wunderbaren Schauspielerin Corinna Harfouch und Sopranistin Dorothee Mields (beide vielfach preisgekrönt). Eigenschaften, die uns die Wucht der Erkenntnis zum aktuellen Bezug von Ovids Geschichte um Phaeton aushalten lässt …

* Mit freundlicher Genehmigung des Verlags Königshausen & Neumann, Würzburg. Ovid: Metamorphosen. In Prosa übertragen und mit einem Glossar versehen von Hermann Heiser (2019). ISBN: 978-3-8260-6793-8

Spieldauer vor Publikum ca. 90 Minuten

Vokal- und Instrumentalmusik von Claudio Monteverdi (1567-1643),
Giulio Caccini (1551-1618) und Biagio Marini (1594-1663)

Texte aus den »Metamorphosen« von Ovid * (43 v. Chr. – 17 n. Chr.)

 

Es spielen:

Corinna Harfouch – Lesung

Pia Davila / Dorothee Mields – Sopran
lautten compagney BERLIN

Idee und musikalische Leitung – Wolfgang Katschner

 

* nach einer Übersetzung von Hermann Heiser

 

Kostprobe Livestream  aus dem Theater Delphi in Berlin// Das besondere Konzert:

 

Ähnliche Programme der lautten compagney:

Webklick Button Musiktransfair lcB Gender Divas