Hans Scheibner

Kabarettist // Autor // Liedermacher

Wir trauern um Hans Scheibner.

„… lästern, lachen, leben“
Hamburger Abendblatt

Wo andere das Rad neu erfinden und wir uns beim Blick in die Presse erschrocken die Augen reiben, hatte der Satiriker und Kabarettist Hans Scheibner eine Reihe von Déjà-vus. Und die – taten manchmal richtig weh! Da musste er seiner Stimme Luft verschaffen. Da half nur Spott über Gott und die Welt.

Im August 2021 feierte das „Urgestein der Kabarettszene“ Hans Scheibner seinen 85.Geburstag. Der NDR fasste ein Radio-Interview unter folgendem Titel zusammen:

Hans Scheibner ist 85: Spitze Zunge und Rückgrat. Der Satiriker und Kabarettist sehenHans Scheibner hat im Fernsehen und auf Bühnen den Mächtigen die Leviten gelesen und den Alltag aufs Korn genommen.

Zum wirklich allerletzten Mal wollten wir Hans Scheibner im in den Hamburger Kammerspielen mit dem bezeichnenden Titel „Der Maulwurf muss weg“ erleben. Leider kommt es dazu nicht mehr.  Mehr erfahren.

 

Hans Scheibner, geb. 1936 in Hamburg, ist satirischer Schriftsteller, Kabarettist und Liedermacher.hoeren Mit Spottgedichten und Liedern als sogenannter Lästerlyriker feierte er früh erste Erfolge. Heimliche Hits mit heutigem Kultstatus (Schmidtchen Schleicher, Hamburg 75) landete er als Autor für Kollegen und Kolleginnen der Branche. Bekannt wurde er durch seine satirische ARD-Sendereihe „Scheibnerweise“.  Er veröffentlichte zahlreiche Bücher und CDs, schrieb und spielte eigene Bühnenprogramme – das wohl bekannteste davon „Wer nimmt Oma“, mit dem er und sein Team über 25 Jahre tourten. Von Hans Scheibner wissen wir, dass seine Unangepasstheit durchaus für einen „dornigen“ Weg als Künstler sorgte. Dafür wurde der Kabarett-Altmeister von seinem Publikum geachtet, aber besonders geschätzt für seine Geschichten, Gedichte und Lieder über seine Mitmenschen und Nachbarn. Nicht zuletzt machte er auch als Autor von  Theaterstücken von sich reden. Zur Krimikomödie „Die Geiselnahme“, die er unter dem Eindruck der Bankenskandale für die Hamburger Kammerspiele und das Harburger Theater schrieb, urteilte „Der Freitag“:

„Man muss dem Intendanten der Kammerspiele gratulieren, dass er den Mut zu diesem zeitgenössischen Wagnistheater aufgebracht hat.“

Der NDR schrieb zu seinem 85. op Platt:

In’t Fernsehen un op’e Bühn, dor hett Hans Scheibner de Böversten de Leviten leest un den Alldag op’t Koorn nahmen. Nu is de Satiriker un Kabarettist ut Hamborg 85 Johr oolt worrn. Al in’e School, dor hett Scheibner lütte Stücken schreven un düsse denn sien Klassenkameradens vörspeelt. Un as he denn as Koopmann in’e Lehr güng, dor stünn he denn op’e Bühn vun dat Hamborger „Theater 53“ – ünner annern mit Uwe Friedrichsen tohoop. Op lütte Bühnen, dor maakt Hans Scheibner sik Anfang vun’e 70er Johrn en Naam. Un ok mit dat Ledertexten is he domals fix dorbi: nich blots de Wöör to dat Onkel-Pö-Leed „Hamburg 75“ sünd vun em, sünnern ok de Text vun den Schlager „Schmidtchen Schleicher“. Beten wat later is he denn ok in`t Fernsehn to beleven: bi de Sennen „Scheibnerweise“ oder in sien Reeg „Bruno, die Nervensäge“ in’t NDR Fernsehn. Bi „Wi snackt Platt“ gralleert wi den Jubilaar Hans Scheibner, kiekt torüch op sien Leven, un en plattdüütsche Geschicht vun em gifft dat ok noch to höörn.

 


Hans Scheibners aktuelle Kolumne:

Gott ohne Maske!

„Mir kann nichts passieren, Ich bin ein gläubiger Christ und immer fleißig zur Kirche gegangen!“ So hatte unser Großonkel Friedhelm schon im März dieses Jahres frohgemut verkündet. Er war fest davon überzeugt, dass der liebe Gott seine gläubigen Schäfchen vor der Corona-Seuche behüten wird.

Als ich ihn etwas zweifelnd und kritisch ansah, hat er es mir sogar erklärt: „Diese Epidemie“, hat er gesagt, „ist nicht irgend eine Krankheit wie Husten oder Schnupfen oder Schleimhautentzündung, nein diesmal können wir ganz klar davon ausgehen: es ist eine Gottesstrafe!

Dadurch hat nun aber der liebe Gott eine einfache Gelegenheit, seine Anwesenheit im Gottesdienst gleich direkt in der Kirche zu zeigen: Wer in die Kirche gegangen ist, wird eben nicht angesteckt. Da müssen Gott oder auch die Verwaltung der Gemeinde nicht erst lange in ihren Kirchensteuerunterlagen nachsehen, wer seine Kirchensteuer bezahlt hat und wer nicht. Das weiß der Allmächtige so. Darum fand ich es dann doch etwas enttäuschend und kleingläubig, als in allen Zeitungenextra noch einmal mit allem Nachdruck bekannt gemacht wurde: Auch in der Kirche gelten die Abstandsregeln! Das würde ja bedeuten. In der Kirche ist man ebenso wenig vor dem Bösen sicher wie in jeder Parkgarage.

websiteUnser Onkel Friedhelm hat mir aber verraten: Er hat seine Maske mehrmals einfach abgenommen als er in der Kirche war. Jetzt ist er beruhigt: er ist als immun getestet. So ist es wohl richtig: Auf Gott vertrauen. ihn aber auch ein bisschen kontrollieren.

 


Das macht doch nichts, das merkt doch keiner!

Immer wieder hat Hans Scheibner eines seiner bekanntesten Lieder an die aktuellen Aufreger unserer Gesellschaft angepasst. Bis auf eine Strophe …

 

Ein Englein kam zu Gott dem Herrn,
Und rang vor Schreck nach Luft:
„Die Erde, Herr, dein schöner Stern,
Hat sich grad selbst verpufft.“
Da lächelte Gott. „Ach, mein Kleiner:
Das macht doch nichts, das merkt doch keiner.

 

 

Leise Töne // Weise Worte:

 

Neueste Veröffentlichungen:

Hans Scheibner cover Himmel 2016 Album2015 Scheibner_Alle_Jahre_Oma_Hörbuchscheibner-in-den-himmel-will-ich-nicht-hoerbuch-9783957130488

 

Herrlich:

 

Aktuelle Termine finden Sie bei Hans Scheibner